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Urelement Wasser
Wasser ist das Urelement des Lebens. Nur mit Wasser kann Leben entstehen.
Wasser kann aber auch eine Bedrohung für das Leben sein. Im Wasser kann Leben
untergehen und enden.
Der Täufling erfährt symbolisch in der Taufe, was Jesus Christus durchlebt
hat. Wie er durch den Tod hindurch zum ewigen Leben gelangt ist, so kommt das
Wasser über den Täufling, und er "taucht auf" als Mensch des neuen
Lebens.
Symbol Licht
Das Licht ist das zweite wichtige Symbol der christlichen Taufe. Es erinnert an
das Jesuswort: "Ich bin das Licht der Welt" (Evangelium des Johannes
8, Vers 12). Für Getaufte kann im Gottesdienst und später an Erinnerungstagen
der Taufe eine persönliche Kerze entzündet werden. Diese Taufkerze können Patin
und Pate gestalten. Sie ist dann ein schönes Geschenk, das noch lange
nachwirkt.
Der Glaube
Zur Taufe zugelassen sind alle, die bereit sind, den Glauben an Jesus Christus
zu bekennen. In der evangelisch lutherischen Kirche ist die
Kleinkindertaufe die Regel. Da die Kinder den Glauben noch
nicht selbst bekennen können, sprechen Patinnen oder Paten stellvertretend das
Glaubensbekenntnis und stehen für die christliche Erziehung ein, solange bis
die Täuflinge sich selbst zu ihrem Glauben bekennen können. Das geschieht in
der Regel bei der Konfirmation. So ist
der Konfirmandenunterricht im Grunde ein nachgeholter Taufunterricht und gehört
zur Taufe dazu.
Häufig lassen
Eltern ihr Kind später selbst entscheiden, ob es getauft werden will. Das
geschieht dann oft im Alter von sechs bis zehn Jahren oder im Zusammenhang mit
Konfirmation und ist dann ein besonderes
Erlebnis vor allem für das Kind selbst.
Christ sein
Die Taufe ist ein Sakrament, das von fast allen christlichen Kirchen
anerkannt und praktiziert wird. Alle im Namen des Vaters und des Sohnes und des
Heiligen Geistes Getauften gehören zur weltweiten Christenheit.
Evangelisch Getaufte sind eingeladen, am christlichen Leben ihrer
evangelischen Gemeinde vor Ort teilzunehmen und es mitzugestalten.
FRAGEN
ZUR TAUFE:
In welchem Alter sollte ein Kind getauft werden?
Meistens werden die Kinder im ersten Lebensjahr getauft. Aber auch eine
spätere Taufe ist möglich, wenn das Kind schon bewusst wahrnimmt was geschieht.
Was spricht für eine Kindertaufe?
Die Geburt eines Kindes ist ein Geschenk Gottes. Eltern antworten darauf, indem
sie ihr Kind taufen lassen. Gott spricht in der Taufe den kleinen Kindern seine
Liebe zu, unabhängig davon, wie sie sich verhalten. Eltern und Paten haben dann
die Aufgabe, stellvertretend für die Kinder den Glauben zu bezeugen und den
Kindern von ihrem christlichen Glauben, aber auch von ihren Zweifeln zu
erzählen. Später in der Konfirmation bekräftigen die Jugendlichen selbst ihr Ja
zum Glauben an Jesus Christus.
Was ist eine Nottaufe?
Wenn ein Ungetaufter sehr krank ist und zu sterben droht wird eine Nottaufe
vorgenommen. Diese Taufe kann jeder Christ und jede Christin ausführen.
Was für Unterlagen brauchen wir für die Taufe unseres Kindes?
Bitte wenden Sie sich an Ihr Gemeindebüro, um einen Termin für das
Taufvorgespräch und die Taufe selbst zu vereinbaren. Dort erfahren Sie alles
Notwendige. In der Regel benötigen die Paten eine Patenbescheinigung des
Pfarramts am Wohnort der Paten über die Berechtigung zum Patenamt. Wenn Sie als
Eltern ein Familienstammbuch haben, bringen Sie es bitte zum Taufgespräch mit.
Auf jeden Fall bringen Sie bitte die Geburtsurkunde des Kindes mit.
Muss mein Kind konfirmiert werden oder reicht die Taufe?
Zur Kirchenmitgliedschaft reicht zwar die Taufe. Aber zusammen mit vielen
Freunden in der Konfirmationsgruppe den christlichen Glauben verstehen zu
lernen, ist bereichernd und wunderschön. Wer dann das Patenamt übernehmen will
muss aber in der Regel konfirmiert sein.
Kann mein Kind zum Konfirmandenunterricht gehen ohne getauft zu
sein?
Ihr Kind kann am Konfirmandenunterricht teilnehmen. Die Konfirmation ist
die Bestätigung der Taufe. Wenn das Kind nicht getauft ist, so wird das Kind im
Laufe der Konfirmandenzeit getauft, in der Regel am
Ende des Konfirmandenunterrichts; eine Bestätigung der
Taufe, also die Konfirmation, ist dann nicht mehr notwendig, da das Kind ja
schon selber Ja zu der Taufe gesagt hat. In der Praxis wird das Kind dennoch
oft vor der Konfirmation getauft.
Kann man sein Kind taufen lassen, wenn beide Eltern nicht in der Kirche
sind?
Die Entscheidung, ob eine Taufe trotz fehlender Mitgliedschaft beider
Elternteile möglich ist, wird vor Ort in der zuständigen Kirchengemeinde
getroffen. Grundsätzlich
verwehrt unsere Kirche dem Kind die Taufe nicht. Allerdings muss ein Pate
bereit sein für die christlich Erziehung des Täuflings einzustehen.
Kann ich mein Kind gegen den Willen des anderen Elternteils taufen
lassen?
Gegen den Willen entweder des Vaters oder der Mutter ist die Taufe des
Kindes nur möglich, wenn dieser Elternteil nicht das Sorgerecht inne hat. Ist
die Ehe z.B. geschieden, liegt das Sorgerecht aber gemeinsam bei Vater und
Mutter, setzt die Ausgestaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge Einvernehmen
voraus in Angelegenheiten, die für das Kind von erheblicher Bedeutung sind.
Dazu gehört auch die Taufe. Können sich die Eltern nicht einigen, kann
(schlimmstenfalls) das Familiengericht angerufen werden.
Eltern können sich aber zuvor auch allein oder besser noch gemeinsam an eine
Erziehungs- und Familienberatungstelle wenden. Oft hilft auch ein
klärendes Gespräch mit dem Pastor oder der Pastorin.
Was bedeutet die Taufe?
Die Taufe ist in erster Linie die Zusage der Liebe und des Segens Gottes. Mit
dem Akt der Taufe wird der Täufling in die Gemeinschaft der Christinnen und
Christen aufgenommen, also in die
Kirche. Die Taufe ist zugleich eine Entscheidung für den christlichen Glauben.
Muss ich mich erneut taufen lassen wenn ich die Konfession
wechsle oder wieder eintrete?
Die Taufe ist im Verständnis aller christlichen Kirchen etwas Einmaliges und
kann daher nicht wiederholt werden. Bei einem Wiedereintritt in die ev. Kirche
oder bei einem Übertritt in die röm.-kath. Kirche wird nicht noch einmal
getauft. Bei einem Übertritt in eine orthodoxe Kirche wird allerdings die
Salbung nachgeholt. Beim Übertritt zu einer sog. orientalisch orthodoxen Kirche
(Syrisch-Orthodox, Armenisch-Apostolisch, Koptisch-Orthodox,
Äthiopisch-Orthodox) gibt es unterschiedliche Praktiken.
Wer sorgt für den Schmuck der Kirche?
Die Kirchen sind mit Blumen geschmückt. Wenn Sie besonderen Schmuck
wünschen, sprechen Sie mit dem zuständigen Pastor oder der Pastorin.
Wie soll der Täufling während der Taufe gekleidet sein?
So bequem und dabei so festlich wie möglich. In vielen Familien gibt es
Taufkleider, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Das ist
eine schöne Tradition.
Können wir selbst bestimmen, wofür im Taufgottesdienst gesammelt
wird (Kollekte)?
In vielen Gemeinden ist es möglich, dass Sie den Zweck der Kollekte selbst
bestimmen, z.B. für die Arbeit mit Kindern in der Gemeinde oder Organisationen,
die Kindern helfen. Fragen Sie im Pfarramt nach.
Was kostet die Taufe?
Grundsätzlich ist die Taufe kostenlos.
Dafür zahlen Sie
Kirchensteuern.
Wer kann Pate oder Patin werden?
Alle getauften Christinnen und Christen, deren Kirchen der Arbeitsgemeinschaft
Christlicher Kirchen (ACK) angehören. In einigen Landeskirchen muss ein Pate
evangelisch sein. Evangelische Christen müssen konfirmiert oder mindestens 14
Jahre alt sein. Wer allerdings aus der Kirche ausgetreten ist, hat damit das
Recht aufgegeben, Taufpate sein zu können.
Kann ich jemanden vom Patenamt entbinden?
Im Gegensatz zur möglichen Entbindung vom Patenamt auf eigenen Wunsch ist eine
Streichung gegen den Willen des Paten nicht
möglich. Fragen Sie in Ihrem Pfarramt nach! Suchen Sie das Gespräch mit dem
Paten, um den Konflikt gemeinsam zu klären. Sie können den Pastor oder die
Pastorin zu einem klärenden Gespräch dazu hinzuziehen.
Wann endet das Patenamt?
In der evangelischen Kirche formal nach der Konfirmation. Dennoch wird
hoffentlich ein guter Kontakt zwischen Pate und Patenkind weiter bestehen
bleiben.
Kann ich mein Kind in einen kirchlichen Kindergarten schicken, wenn
es nicht getauft ist?
Konfessionell gebundene Kindergärten nehmen auch ungetaufte Kinder auf.
Sie als Eltern müssen aber damit einverstanden sein, dass Ihr Kind christliche
Glaubensinhalte kennen lernt. Fragen Sie an Ihrem Ort nach den Möglichkeiten.
Gibt es eine ökumenische Taufe?
Nein. Da die Taufe zugleich die Aufnahme in eine konkrete Gemeinschaft ist,
erfolgt sie immer innerhalb einer Konfession.
Wir möchten unser Kind taufen lassen. Können wir gleichzeitig
kirchlich heiraten?
Das können Sie. Von vielen Pastorinnen und Pastoren wird ein solcher
Gottesdienst "Traufe" (Taufe und Trauung in einem Gottesdienst)
genannt. Es haben sich inzwischen eigene Formen entwickelt. Sprechen Sie mit
Ihrer Pastorin oder Ihrem Pastor!
Ist eine Segnung statt einer Taufe möglich?
Manchmal wollen Eltern den Kindern die freie Entscheidung zur Taufe selbst
überlassen. Das kleine Kind wird dann in einer gottesdienstlichen Handlung
gesegnet. Bitte bedenken Sie dabei: Trotzdem ersetzt die Segnung nicht das
Sakrament der Taufe und begründet nicht die Kirchenmitgliedschaft.
Was ist ein Sakrament?
In der evangelischen Kirche gibt es zwei Sakramente: Taufe und Abendmahl. Beide
wurden von Jesus selbst eingesetzt. In einer menschlichen Handlung wird die
göttliche Dimension unseres Lebens sichtbar. Alltägliches Wasser wird durch die
Verheißung Gottes in der Taufhandlung zu einem göttlichen Segen.
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