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Im
Gegensatz ?
Überfluss
und Mangel

Bild
Entwurf (c)
Hartmut
Ringleff
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Auf ein Wort
Weihnachten – das ist
ein seltsames Fest:
Wir freuen uns darauf
wie auf kein anderes im Laufe des Jahres. Wir schmücken unsere Häuser und
Wohnungen, Fenster und Gärten wie sonst nie. Wir backen und kochen und kaufen
Geschenke. Wir laden die Familie ein und gehen in die Kirche. Und auch wenn wir
nicht so viel Aufwand treiben und eher schlicht feiern: Wir wollen es doch
schön haben, gemütlich und geborgen. Den Glanz und den Frieden dieses
besonderen Festes genießen. Und für eine Weile vergessen, was uns Sorgen macht,
die böse Welt draußen lassen. Diese Sehnsucht nach einem heilen, ungetrübten
Fest teilen wir wohl alle. Und oft gelingt das ja auch, Gott sei Dank.
Und doch lässt sich das
Elend nicht völlig ausblenden: Wie mag es wohl dem Bettler gehen, dem ich heute
Morgen noch einen Euro in den Hut gelegt habe? Oder der alten, kinderlosen Dame
im Haus nebenan, deren Mann letzten Sommer gestorben ist? Wie feiert der
16-jährige Junge aus Lesotho Weihnachten, der jetzt alleine für seine vier
jüngeren Geschwister sorgen muss, weil beide Eltern nicht mehr da sind? Fragen,
die sich gerade zu Weihnachten aufdrängen. Nirgends sonst liegen Glanz und
Elend, Freude und Kummer, Geborgenheit und Einsamkeit so dicht beieinander,
nirgends sonst sind die Widersprüche und Spannungen so deutlich und so
schmerzhaft spürbar.
Das mag schon Maria und
Josef bei jenem allerersten Weihnachtsfest vor 2000 Jahren so ergangen sein:
Ein alter Mann und eine viel zu junge Frau, gemeinsam unterwegs, obwohl sie
eigentlich zu Hause sein sollte: hochschwanger, in guter Hoffnung, und zugleich
in großer Verzweiflung, weil sie nirgendwo unterkommen in dieser unwirtlichen
Stadt. Und dann die Geburt in irgendeinem Stall, die unsagbaren Schmerzen – und
schließlich die Freude über dieses kleine Wunder, sein erster Schrei und ein
erstes gesummtes Liedchen zur Beruhigung. Die große Müdigkeit, die Sehnsucht
nach Ruhe und Schlaf – und dann der viele seltsame Besuch: die verschreckten
Hirten, denen es vor Staunen die Sprache verschlug und die dann doch nicht
anders können als Gott zu loben, fast wie die Engel.
So war das schon
damals, erzählt die Bibel: Licht und Schatten ganz dicht beieinander. Keine
ungetrübte Weihnachtsfreude. Aber zugleich auch die überwältigende Erfahrung,
dass sich da mitten im Elend der Himmel einen Spalt weit auftut und ein Stück
vom Paradies zu sehen und zu spüren ist: Der große Gott mitten unter uns, als
Kind in der Krippe, da wo das Elend am größten ist. Und Menschen, die sich
davon berühren und bewegen lassen, ihr Herz und ihre Hände zu öffnen: für Gott
und für ihren Nächsten. Weil beides untrennbar zusammengehört, gerade zu
Weihnachten.
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