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St.
Matthäus-Kirchengemeinde, Padingbüttel
Ein
wenig abseits von der großen Welt - nur von einigen Häusern umgeben - liegt
sie auf einer Wurt. Die Gemeindeglieder wohnen weit verstreut im flachen Land
der Marsch entlang den Straßen und am Deich. In der Mitte des 13. Jahrhunderts
wurde sie erbaut, nur wenig später als die ältesten Kirchen im Lande Wursten.
Von außen fällt besonders der regelmäßige, gerade Fugenverlauf des Mauerwerks
auf, das aus sauber behauenen quadratischen Granit- und Sandsteinblöcken
errichtet ist.
Der
gotische, aus Backsteinen errichtete Kirchturm war früher als Seezeichen für
die Schifffahrt von Bedeutung. Deshalb haben bei einem Wiederaufbau der Spitze
im Jahre 1690 auch der Rat und die
Admiralität der Stadt Hamburg sowie hamburgische Reeder zu den Kosten beigetragen.
Sicher
erwartet man in einer kleinen, abgelegenen Dorfkirche keine besonderen
Kunstschätze oder einmalige Sehenswürdigkeiten. Aber die vorhandenen
Ausstattungsstücke sind dann doch von gediegener Schönheit und durch ihr Alter
interessant. Der gotische Flügelaltar (um 1440) zeigt im Hauptfeld eine
figurenreiche Kreuzigungsdarstellung, in den Seitenflügeln andere Motive aus
der Leidensgeschichte Christi. Die Holzfiguren sind schon vor längerer Zeit
von einer späteren Übermalung befreit worden und kommen auf dem goldenen
Hintergrund recht gut zur Geltung.
Die
Kanzel wurde 1652 von einem Gemeindeglied gestiftet. In den Feldern des
Aufgangs und der Brüstung sind Szenen aus der Heilsgeschichte dargestellt.
Getragen wird die Kanzel von einer Figur des Evangelisten Matthäus, dem die
Kirche einst geweiht wurde. Farblich (schwarz-weiß-gold) ist sie jetzt der
originalen Fassung wieder angenähert.
Eine
Kreuzigungsgruppe vom Ende des 15. Jahrhunderts - ein eindrucksvoller Christus
zwischen Maria und Johannes - ist in der Barockfassung restauriert und über dem
Chorbogen angebracht. In
ihrem Original freigelegt ist die Malerei der Empore, welche aus der ersten
Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt und u. a. die Wappen verschiedener
Padingbütteler Bauernfamilien zeigt, darunter auch das des berühmten
Oberdeichgrafen Eibe Siade Johanns (1659 - 1720), der mit der Geistlichkeit in
Streit geraten war, weil er sich auf der Empore einen Priechenstuhl mit
separatem Treppeneingang von außen hatte bauen lassen.
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