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Historie und Kunstschätze:
Bei der Marienkirche zu
Mulsum handelt es sich um einen massiven Feldsteinbau mit leicht spitzbogigen
Fenstern und quadratischem Chorraum mit gekuppeltem Chorgewölbe. Um 1250 wurde
das Gotteshaus auf der höchsten Stelle der Dorfwurt erbaut. Das Kirchenschiff
ist 21,50 m lang und 11,70 m breit. Die Mauern sind 5,50 m hoch und 1,20 m
stark. Der Chor misst 7,50 m im Quadrat,
die Wände sind 4,70 m hoch. Davor befindet sich im Kirchenschiff ein dreischiffiges
Kreuzripppengewölbe, das etwa 1350 in das Kirchenschiff hineingebaut wurde, um
an der Nord- und Südwand zusätzliche Seitenaltäre unterzubringen. Um 1500 verlängerte man das
Schiff nach Westen und errichtete aus Backsteinen den wuchtigen Turm. Er misst
9,75 m im Quadrat und ist 30 m hoch.
In der Geschichtsschreibung
des Landes Wursten nehmen der Friedhof und die Kirche im 16. Jh. eine wichtige
Rolle ein. Der Friedhof, der die Kirche umgibt, war am 9. August 1524 Schlachtfeld im
Wurster Freiheitskampf gegen den Bremer Erzbischof Christoph. Eine Gedenktafel
erinnert an der Nordseite des Turmes an diese Schlacht, in der die Wurster
unterlagen. Unter der Tafel befindet sich eine in den Turm eingemauerte
Weihwasserschale aus der katholischen Zeit von St.-Marien.
Kanzel
Hier handelt es sich um eine
der in der Gegend wenigen erhaltenen gotischen Kanzeln (Teile davon 1622 und
1746 renoviert bzw. neugefasst).
Altar (1430)
Der Flügelaltar ist wohl das
wertvollste Kunstdenkmal der Mulsumer Kirche. In der Mitte steht die 1,24 m
große Gestalt der Maria mit dem Christuskinde auf dem Arm. Seitlich über ihr
zwei Engel, die die große Krone halten. Im Mittelteil und in den beiden Flügeln
des Altars stehen in zwei Reihen übereinander 20 etwa 52 cm große Apostel oder
Heiligenfiguren.
Orgel (1895)
Bei der Mulsumer Orgel handelt es sich um eine von den Gebrüdern
Peternell aus Seligenstadt 1895 als Nachfolgeorgel der 1624 von der
Firma Antonius Moitzen erbauten Orgel. Sie ist ausgetattet mit 7 Registern im
1. Manual, 4 Registern im 2. Manual und 4 Registern im Pedal und mechanischen
Kegelladen. 2010 wurde eine Grundüberholung durch die Firma Bartelt Immer aus
Norden ausgeführt.
Holzplastik „Maria auf der Mondsichel im
Strahlenkranz“ (Anfang 16. Jh.)
Die Figur zeigt eine
gekrönte Maria mit langem gewellten Haar, das ihr über die Schulter fällt. Die
beiden Löcher an der Vorderseite zeigen die Ansätze für die heute fehlenden
Arme. Der Strahlenkranz ist erneuert worden. Möglicherweise ist diese Maria dem
alten Kirchensiegel nachgearbeitet worden, auf dem sie in ähnlicher
Form abgebildet ist.
Taufe (14.
Jh.)
Aus Blei und von
ausgeprägter Glockenkontur handelt es sich hier um einen Taufkessel des
Dreiträgertypus. Er hat eine Höhe von 59 cm, einen Durchmesser oben von 72 cm
und unten 44 cm. Die Träger sind drei weibliche Figuren, die noch die
altertümlichen Gewandfurchen zeigen und die Hände vor dem Körper gedrückt
halten. Als Deckelhalter dienen zwei weibliche Köpfe.
Der Taufkesseldeckel in
Pyramidenform ist 60 cm hoch. Er ist aus Holz und gehört der spätgotischen Zeit
an. Seine Dreiecksflächen sind mit spätgotischem Rankenwerk bemalt und am
unteren Rand ist das Bibelwort Johannes
3,5 zu lesen.
Und sonst noch:
Alte Kirchenstühle
(Priechen) aus den Jahren 1617 sowie dem 18. und 19. Jh., Grabsteine z. B. von 1615, fünf Ölgemälde aus dem 17.
Jh. mit „Tugenddarstellungen“, zwei Sandstein-Rundmedaillons,
Kreuzigungsgruppe aus der 1. Hälfte des 16. Jh. sowie rekonstruierte Wandmalereien.
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