Neues aus dem Kirchenkreis Wesermünde-Nord:

Aktuell: +++ Entwidmung der Nordholzer Kirche "Zum Guten Hirten" am 10. Juli 2011 +++

 (c) Anzeige Nordseezeitung vom 12. Juli 2011, Text und Bild (thm) Manfred Theßmann

Tränenreicher Abschied

Nordholzer Kirche „Zum Guten Hirten“ entwidmet – Mehr als 200 Gottesdienstbesucher

NORDHOLZ. Die Entwidmung der evangelisch-lutherischen Kirche „Zum Guten Hirten“ in Nordholz war viel mehr als ein reiner Verwaltungsakt. Der Moment, indem die sakralen Gegenstände aus dem Altarraum entfernt und das kleine Kruzifix vom großen hölzernen Altarkreuz abgenommen wurde, trieb vielen der mehr als 200 Gottesdienstbesucher Tränen in die Augen.

 

Danach verließen alle zusammen mit Pastorin Sabine Ulrich und dem stellvertretenden Landessuperintendenten Dr. Helmut Blanke die Kirche, um den Gottesdienst an der Stelle fortzusetzen, an der die neue Kirche gebaut werden soll. Pastorin Sabine Ulrich verschloss, nach kurzer Kontrolle, ob alle Personen die Kirche verlassen hatten,die Türe. Danach wurde auch das schwere Eisentor mit dem Ornament geschlossen und die Schlüssel an Horst Adami übergeben. Der Leiter des Kirchenkreisamtes kümmert sich um das Gebäude, solange die Kirche dafür noch Verantwortung trägt. In seiner Predigt hatte Dr. Helmut Blanke davon gesprochen, dass ein Christ auch ohne Kirche beten kann. „Aber die Gläubigen brauchen auch einen Ort der Verehrung, ein geweihtes Haus. Ein Gotteshaus gibt dem Glauben Gestalt und Form“, sagte er. Der Kirchenmann erinnerte an die Zeit, als die Kirche 1958 bis 1959 gebaut wurde, rief die Freude in Erinnerung, als die Kirchengemeinde wuchs und eine zweite Pfarrstelle eingerichtet werden konnte. Nicht unerwähnt blieb ein zurückliegender Missbrauchsfall durch den Diakon und zahlreiche Kirchenaustritte. Blanke sprach vom Brand im Gotteshaus, dem Kauf einer neuen Orgel und der Gestaltung der Kirchenfenster.„Die Kirche bleibt für viele Menschen in Erinnerung, die hier getauft, konfirmiert und getraut wurden oder einem Trauergottesdienst beiwohnten.“ Am Tag, an dem in allen evangelisch-lutherischen Kirchen vom „Guten Hirten“ gepredigt wird (Psalm 23), richtete der Prediger den Blick der Nordholzer Kirchengemeindemitglieder nach vorne auf den Bau der Kirche im Zentrum (KIZ), die neben dem Haus der Kirche in der Elbestraße errichtet werden soll. Genau dort wurde der Gottesdienst mit dem Abendmahl fortgesetzt. Im Anschluss ließen zahlreiche Kirchengemeindemitglieder bei Speis und Trank die Emotionen abklingen. „Für mich ist es ein trauriger Nachmittag, ich denke mit Wehmut an unsere Kirche“, sagte Irmgard Reimann, die 2006 ein schmiedeeisernes Bild für ein Kirchenfenster gespendet hat. Es soll auch in der neuen Kirche einen Platz finden. Auch die stellvertretende Bürgermeisterin Annegret Panitz, die gegenüber dem alten Gotteshaus wohnt, war wehmütig: „Ich werde das Läuten der Glocke vermissen.“       (thm)

 

 

» Ein Gotteshaus gibt dem Glauben Gestalt und Form. «  

 

DR. HELMUT BLANKE,

STELLVERTRETENDER LANDESSUPERINTENDENT

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild links: Mehr als nur ein Verwaltungsakt: Die Nordholzer Gottesdienstbesucher verlassen die Kirche „Zum Guten Hirten“ nach deren Entwidmung. Foto thm

 

 (c) Anzeige Cuxhavener Nachrichten vom 12. Juli 2011, Text und Bild Hans-Christian Winters

Vertraut den neuen Wegen...

Die Gemeinde „Zum Guten Hirten“ nahm Abschied von ihrer alten Kirche

von Hans-Christian Winters

 

NORDHOLZ. Für viele Teilnehmer war es sicherlich ein schwerer Gang, so wie für Anngret Panitz. Viele Jahrzehnte lang hat die stellvertretende Nordholzer Bürgermeisterin gegenüber der Kirche gewohnt - und nun ist dieses Kapitel Nordholzer Geschichte beendet: Mit einem feierlichen Gottesdienst nahm die Gemeinde "Zum Guten Hirten" am Sonntag Abschied von ihrer Kirche in der Kirchstraße. 1959 im Ortsteil Wursterheide für die Garnison erbaut wurde sie nun zugunsten des geplanten Neubaus im Zentrum offiziell entwidmet.

 

Begangen wurde dieses seltene und bewegende Ereignis mit einem zweigeteilten Gottesdienst: Er begann in der voll besetzten Kirche und wurde am Haus der Kirche (HdK) beendet, in dessen Garten die neue Kirche entstehen soll. Pastorin Sabine Ulrich und der stellvertretenden Landessuperintendent Dr. Helmut Blanke vollzogen die Entwidmung, bei der alle Elemente, die ein "Haus Gottes" auszeichnen, feierlich aus der Kirche getragen wurden. In seiner Predigt erinnerte Blanke an alle Menschen, die hier haupt- und nebenamtlich tätig waren, an jene, die hier frohe Feste wie Taufe, Konfirmation oder Hochzeit gefeiert haben und an jene, denen dies in der Trauer ein Ort des Trostes war. Nachdem alle Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher mit den Kultgegenständen die Kirche verlassen und die Gäste sich vor der Kirche versammelt hatten, schloss Sabine Ulrich ein letztes Mal zum Klang der Glocke das eiserne Tor. Während viele Tränen flossen, übergab sie den Schlüssel an den Leiter des Kirchenkreisamtes, Horst Adami, der nun für den Vollzug des Verkaufs verantwortlich ist.Denn die Gemeinde "Zum Guten Hirten", am 1. Januar 1968 aus Teilen der Gemeinden Spieka und Midlum gegründet, möchte mit ihrem Gotteshaus wieder einen zentralen Akzent setzen und hat deswegen das ehrgeizige Projekt KiZ (Kirche im Zentrum) ins Leben gerufen. Die neue Kirche, für deren Finanzierung der Verkauf der alten Kirche erforderlich ist, soll möglichst bald im Garten des heutigen "Haus der Kirche" an der Elbestraße entstehen.

 

Abendmahl am HdK

 Hier wurde der Festgottesdienst am Sonntag nach dem nicht nur symbolischen "Umzug" der Gemeinde mit einem Abendmahl fortgesetzt. In der Kirche und im Garten des HdK begleitete der Posaunenchor Altenwalde den Gottesdienst. Anschließenden beendeten die Gemeinde und ihre Gäste, unter ihnen viele ihrer früheren Pastoren und der bisherige Superintendent des Kirchenkreises Wesermünde-Nord, Siegfried Bochow, den Tag mit einem trotz allem fröhlichen Gemeindefest.

 

Die Pastoren

 Die folgenden Pastoren der Gemeinde sind bekannt: 11/67 - 69: Hartmut Drewes; 7/70- 10/80: Otto Junge; 1981: Friedrich Hahler und Axel Tegtmeyer (kamen aus der Hermannsburger Mission und sollten ins Ausland. Die Ausreisegenehmigungen waren nicht da, sodass sie kurzzeitig in Nordholz Pastoren waren); 12/82-4/88: Cornelia Höft (heute Harms); 12/82-6/91: Bernhard Kuhlmann; 12/88- 12/89: Wolf-Dietmar Seidel; 1/90-12/91: Ulrike Wollermann (heute Sundermann); 9/91-7/93: Dietrich Diederichs-Gottschalk; 2/92-7/02: Joachim Wolff; 7/03-1/11: Wilhelm Timme. Seit einigen Monaten ist nun Sabine Ulrich Pastorin in Nordholz. Als Vakanzvertreter über längere Zeiträume wirkten hier Ulrich Wahl und Rolf Hirte.

Die Kirche der Gemeinde  „Zum Guten Hirten“ wurde 1959 erbaut. Besuchern fiel auf, dass der Kirchbau geostet, sondern gewestet  ist – der Altarraum befand sich westlich des Kirchenraumes, der 250 Menschen fasste. Am Sonntag war die Kirche noch einmal sehr gut gefüllt. Nach ihrer Entwidmung wird die Kirche mit ihrem großen Grundstück an einem Privatmann verkauft um mit dem Finanzierung des Baus einer neuen Kirche im Zentrum beizutragen.

Videos auf cn-online.de  Foto: Winters

Abschied von der Kirche in der Kirchstraße: Pastorin Sabine Ulrich und der stellvertretende Landessuperintendent Dr. Helmut Blanke verschlossen unter dem Geläut der Patenglocke aus Schlesien ein letztes Mal das Gitter vor dem Kircheneingang. Zu den Liedern, die im Gottesdienst gesungen und vom Posaunenchor Altenwalde begleitet wurden, gehörte auch der Choral "Vertraut den neuen Wegen" von Klaus Peter Hertzsch (1989), in dem es unter anderem heißt: "... weil Leben heißt, sich regen, weil Leben wandern heißt ... wer aufbricht, der kann hoffen ... ".

Feierlich wurden die Kultgegenstände von den Kirchenvorstandsmitgliedern aus der entwidmeten Kirche getragen.

 An diesem Altar, der im Garten des HdK zunächst in einem Zelt stand, feiert die Gemeinde in den kommenden Monaten Gottesdienst.

 

 (c) Anzeige Elbe Weser Aktuell vom 13. Juli 2011, Text und Bild (pab)

Nicht mehr dem Dienst Gottes geweiht

Kirche "Zum Guten Hirten" entwidmet

NORDHOLZ pab • Für traurige Gesichter und Tränen, aber auch Zuversicht und neue Hoffnung sorgte die Entwidmung der Evangelisch-lutherischen Kirche „Zum Guten Hirten" in Nordholz am vergangenen Sonntag. Um 15 Uhr versammelten sich die Gemeindemitglieder ein letztes Mal zum Gottesdienst in der Kirche. Über ein halbes Jahrhundert war sie Gotteshaus und Zuflucht. „Es ist ein besonderer Ort", erinnerte der stellvertretende Landessuperintendent des Sprengels Stade, Dr. Helmut Blanke, die Kirchengemeinde. Ein Ort, wo man Freude, Trauer, Gebet und Gesang vor Gott brachte. Doch: „Das Besondere wird nun genommen. Liebe Gemeinde, sie tun einen mutigen Schritt", leitete Blanke die Entwidmung ein. Erst Kerzen, Taufschale und Bibel, dann das Besteck des Abendmahls und zum Schluss das kleine Kruzifix wurden vom Altar entfernt und aus der Kirche getragen, bis das große hölzerne Kreuz allein auf dem Altar zurück bleibt.. „Jesus, bleibe bei uns, auch wenn wir dieses Haus nun verlassen", betet Blanke zum Ende der Entwidmung. „Von nun an ist ,Zum Guten Hirten' nicht mehr dem Dienst Gottes geweiht", äußerte der Landessuperintendent, nachdem der Altar leer steht und der Kirchenvorstand die Kirche verlässt. Anschließend wurde der Gottesdienst am Haus der Kirche mit Gesang, der Feier des Abendmahls, Fürbitten und Segnungen beendet. Im Nordholzer Zentrum soll eine neue Kirche entstehen, die neben dem dort bereits bestehenden Gemeindezentrum ihren Platz finden wird

 

 

 

Zum letzten Mal

hat die Kirchegemeinde ihre Kirche

am Sonntag betreten  

Foto: pab

 

 (c) Anzeige Nordseezeitung vom 21. Juli 2011 Leserbrief

Leserbrief NZ vom 21.07.11

"Wenn der Himmel weint, weint unsere Seele auch"

 

 (c) Anzeige Cuxhavener Nachrichten vom 23. Juli 2011, Text Helmut Mellin, Bild Hans-Christian Winters

Wursterheide betrieb den Kirchenbau

Ergänzende Anmerkungen zur Geschichte der jetzt entwidmeten Kirche "Zum Guten Hirten" in der Nordholzer Kirchstraße

 

 (c) Anzeige Nordseezeitung vom 28. Juli 2011, Text und Bild (thm) Manfred Theßmann

Orgelkoloss muss weichen

Fachmann zerlegt Nordholzer Kircheninstrument in seine Einzelteile – Hydraulischer Hubwagen im Einsatz

 

NORDHOLZ. Der Abbau einer Orgel ist auch für Rudolf Janke keine alltägliche Arbeit. Der Orgelbauer aus Bovenden hat die Orgel in der ehemaligen Nordholzer Kirche „Zum guten Hirten“ gebaut und über viele Jahre die Wartungs- und Pflegeaufgaben übernommen.

 

Die Firma vor den Toren der Universitätsstadt Göttingen ist heute verkauft. Der Orgelbaumeister selbst erledigt aber noch Servicearbeiten. Dazu gehört auch der Abbau der Nordholzer Orgel, die Aufsicht bei der Einlagerung und der spätere Aufbau in der geplanten Kirche im Zentrum (KIZ). Bevor der heute in Northeim lebende Orgelbauer ans Werk ging, hat er noch einmal voll in die Tasten des Kircheninstruments gegriffen. „Es ist erstaunlich wie anders eine Orgel klingt, wenn keine Einrichtungsgegenstände im Raum sind“, wundert sich der Orgelbauer. Den Zustand der Orgel bewertet der Handwerker als sehr gut. Natürlich gibt es an vielen Stellen Staubablagerungen und einige Spinnweben. Zuerst wurden die einzelnen Sektionen des Gehäuses abgebaut. Der Blick fällt jetzt auf die zahlreichen Pfeifen aus einer Zinn- und Bleilegierung und die Pfeifen aus Eichenholz. Am Boden steht das Gebläse, das für die nötige Luft sorgte.

 

Guter Zustand

 

„Der Zustand der Orgel ist gut, technisch ist daran nichts zu machen“, stellt der Orgelbauer fest. „Das Instrument ist gealtert, das Holz ist etwas dunkler geworden, aber sonst ist alles in Ordnung.“ Wenn die Orgel in der neuen Kirche wieder aufgebaut wird, ist es, so Rudolf Janke, nötig, den Klang der Orgel an die neuen Räumlichkeiten anzupassen. Die Intonation, also die Feinabstimmung von Lautstärke, Klangfarbe und Tonhöhe muss bei jeder Orgelpfeife vorgenommen werden. Teil für Teil bauen der Orgelbaumeister und sein Mitarbeiter Wolfgang Miehlke aus. Dabei wird immer wieder der Staubsauger eingesetzt. „Die Nordholzer Orgel wird damals so zwischen 150000 und 200000 Mark gekostet haben“, schätzt der Meister. Ihr heutiger Wert wird auf 250000 Euro geschätzt. Das Kircheninstrument könnte auch noch um ein zweites Manual erweitert werden. Da die Orgel ein aufwendiges Registersystem hat, wären die Spielmöglichkeiten dann deutlich besser. „Mit zwei Manualen geht die Orgelliteratur erst richtig los“, meint der Fachmann. Als junger Mann hat Rudolf Janke auch die Arp Schnitger Orgeln in Cappel, Cadenberge, Wanna und Bremerhaven kennen gelernt. Den Aufenthalt in Nordholz möchte der Liebhaber von Orgeln gerne nutzen, um sich nach dem Zustand der Instrumente zu erkundigen und möglicherweise ihren Klang zu erleben. Der nächste im wahrsten Sinne des Wortes „schwere Brocken“ ist der Abbau der Altarplatte. Der gegossene Stein hat ein Gewicht, das von Hand nicht mehr zu bewegen ist. Ein hydraulischer Hubwagen, der bis zu 3,5 Tonnen heben kann, soll hier zum Einsatz kommen. „Schön wäre es ja, wenn wir die Platte in einem Stück retten könnten“, sagt Reinhard Becker. „Geht die Platte kaputt werden wir eine Möglichkeit finden, Teile der Altarplatte in der neuen Kirche zu verwenden“, versichert das Kirchengemeindemitglied. Beim Abbau des Altarkreuzes wurde ein Loch in der Altarplatte frei, durch das man in einen Hohlraum sehen kann. Jetzt sind die ehrenamtlichen Arbeiter gespannt, ob nicht ein kleiner „Schatz“ hier seit Jahren schlummert.      (thm)

Nordholzer Kircheninstrument muss weichen: Orgelbaumeister Rudolf Janke (unten) und Mitarbeiter Wolfgang Miehlke bei der Arbeit. Foto thm

» Es ist erstaunlich, wie anders eine Orgel klingt, wenn keine Einrichtungsgegenstände im Raum sind. «  RUDOLF JANKE, ORGELBAUER

 

(c) Cuxhavener-Nachrichten - CN Sonnabend/Sonntag, S./7. August 2011

In den Kirchenbau ist viel Eigenarbeit eingeflossen

 

Die Entwidmung der alten Nordholzer Kirche und die Planungen für einen Kirchenneubau im Zentrum des Ortes haben den langjährig aktiven Kirchenvorsteher und Posaunenchor-Leiter Walter Joost veranlasst, seine Erinnerungen an die Nordholzer Kirche aufzuschreiben.

Dass der Verkauf einer Kirche etwas Besonderes ist, spürt man schon dadurch, dass sehr häufig darüber gesprochen und geschrieben wird. Nun las ich einen guten Artikel in den Cuxhavener Nachrichten. Dabei kamen mir viele Gedanken und Erinnerungen, da ich in meinem „hohen" Alter vielfach dabei war. Deshalb möchte ich: gern noch von einigen Erfahrungen und Erlebnissen berichten, die das Bild der Vergangenheit deutlicher machen. Beim Verlassen der eindrucksvoll entwidmeten Kirche war es vielen traurigen Gästen nicht möglich, die Hintergründe zu erkennen und zu berücksichtigen.

 

Zur Entstehung der Kirche „Zum Guten Hirten" muss unbedingt gesagt werden, dass die Kirchenvorsteher aus Wursterheide mit ihrer Gemeinde im Hintergrund ein „sehr langes, zähes Betteln" in Hannover bei der Landeskirche durchgeführt haben. Midlum, zu dieser Gemeinde gehörten die Wursterheider Bürger, war durch die damals sehr gefährliche, unfallträchtige Bundesstraße 6, an der es keine Fahrradwege gab, nur unter Gefahr zu erreichen.

 

Unter diesen Umständen genehmigte die Landeskirche den Neubau als „Mehrzweckgebäude". Es wurde 1959 eingeweiht, erhielt Toiletten, Küche, Konfirmanden- und Sitzungsraum. Der Kirchraum selber konnte Jederzeit für Gemeindeveranstaltungen, auch nach dem Gottesdienst, umgerüstet werden. Auch ein Bauplatz für das Pastorenhaus gehörte dazu, der später wieder verkauft wurde, da die Landeskirche für .Wursterheide (ca. 1.100 Gemeindeglieder) keine Pfarrstelle genehmigte. Die Wursterheider Bürger haben sehr hohe Anteile durch Eigenleistungen erbracht.

 

Die Eintragungen in den Midlumer Kirchenbüchern geben Auskunft über das Gemeindeleben in der „neuen Kapellengemeinde Wursterheide". Es wurde also nichts vergessen!

 

Nach dem Zusammenschluss der politischen Gemeinden Nord holz, Deichsende und Wursterheide zur Großgemeinde am 1. Juli 1967 reagierte auch die Landeskirche in Hannover. Kraft einer Verfügung erklärte sie die neue politische Gemeinde Nordholz ab 1. Januar 1968 zur eigenständigen Kirchengemeinde Nordholz. Diese Entscheidung der Landeskirche wurde nicht von allen betroffenen Gemeindegliedern mit Freude aufgenommen, doch man fügte sich ohne Proteste.

 

Am 1. Januar 1968 gab es zwei ehemalige Kirchenvorsteher aus Midlum: Franz Wisniewski und Willy Affeldt (beide aus Wursterheide), aus Spieka: August Bier aus Nordholz und Walter Joost, Deichsende. Zu diesen Kirchenvorstehern schickte die Landeskirche den jungen Pastor coll. Hartmut Drewes, und somit begann die Arbeit in der neuen Kirchengemeinde Nordholz.

Zunächst musste eine Wohnung angemietet werden, die nach einem Jahr vom Vermieter gekündigt wurde wegen Eigenbedarfs.

 

So ging die Suche erneut losIm Jahr 1970 übernahm Pastor Otto Junge die Pfarrstelle, so suchte der Kirchenvorstand erneut nach einem Pfarrhaus.

 

Schließlich wurde im Amselweg ein Haus für die fünfköpfige Pastorenfamilie gefunden, das aber keinen Raum als Amtszimmer bot. Wenn Gemeindeglieder den Pastoren aufsuchten, musste die Familie das Wohnzimmer verlassen! Daraufhin bemühte sich der Kirchenvorstand vehement um ein Grundstück für das Pastoren-und Gemeindehaus. Bei der „Wursterheider Kirche" gab es keine Möglichkeit für diese Erweiterung.

 

Als der damalige Bürgermeister Walter Carstens von den Plänen des Kirchen-Vorstandes erfuhr, bat er um ein Gespräch. In dieser gemeinsamen Sitzung teilte der Bürgermeister dem Kirchenvorstand mit, dass „die Kirche ins Zentrum" gehöre und schlug dem Kirchenvorstand sofort einen geeigneten Bauplatz vor. Ein weiteres Argument war, dass in der Elbestraße genügend Parkplätze zur Verfügung stünden, nämlich tagsüber für die öffentlichen Gebäude und Geschäfte und abends und sonntags für die Besucher des kirchlichen Zentrums.

 

Nach gründlicher Planung und intensiven Verhandlungen des Kirchen-Vorstandes konnten schließlich das neue Pfarrhaus und danach, im Jahre 1975, das „Haus der Kirche" bezogen werden. Die Planung dieses Zentrums beinhaltete auch eine neue Kirche; doch die Landeskirche gab dafür keine Mittel frei.

 

Der jetzige Kirchenvorstand hat aus vielen Gründen (hohe Investitionen in die alte Kirche u.a.) diesen Gedanken neu aufgenommen und führt den seit langer Zeit geplanten Kirchbau jetzt aus!

 

Viele Aspekte haben in. heutiger Zeit den Ausschlag gegeben, die Kirche zu bauen. Wir Nordholzer Gemeindeglieder sollten immer bedenken, dass nicht ein Pastor oder ein Kirchenvorstand für sich selber baut, sondern dass, er plant und denkt für die nachfolgenden Generationen.

 

Wenn dieser Gedanke ein solches Projekt nicht immer, auch in früheren Zeiten, begleiten würde, so gäbe es die alten, ehrwürdigen Kirchen heute nicht!

 

Ich wünsche der Kirchengemeinde Nordholz immer Menschen, die diese schwere, ja teilweise undankbare Aufgabe, mit Gottes Hilfe bewältigen und das Ortszentrum somit bereichern!

......Walter Joost, seine Erinnerungen an die Nordholzer Kirche.    

 Die Nordholzer Kirche "Zum Guten Hirten" wird nach dem Entwidmungsgottesdienst für ihre Übergabe "leergeräumt"...

 

Abschied von einem Kirchengebäude

 

…..im Anschluss an die Entwidmungsliturgie sprach der stellv. Landessuperintendent Dr. Helmut Blanke die Worte:

„Von nun an ist diese Kirche „Zum Guten Hirten“ nicht mehr dem Dienst Gottes geweiht.“

Damit wurde das Kirchengebäude formal profaniert.

 

Nach dem Auszug aus dem Kirchengebäude mussten/müssen allerdings noch eine Menge Dinge erledigt werden...

  • Abbau, Verpackung und Einlagerung bzw Umzug
  • der Orgel,
  • der Fensterbilder
  • des "Guten Hirten"
  • Gestühl und anderes Mobilar
  • Taufbecken
  • Vasa Sacra
  • Altarkreuz, Kerzen, Antependien u.v.m.
  • Glocke und Kreuz am/im Turm werden in Kürze deinstalliert und eingelagert.

     

Gehen wir in der Erwartung der Zukunft unseres Herrn.

Gehen wir in der Zuversicht, dass er uns vorangeht.

Gehen wir in Frieden

Amen

Kirchengebäude "Zum Guten Hirten" in der Kirchstraße

 

Kirche Innenansicht von der Kanzel gesehen

Abbau des Kreuzes im Eingang

An dieser Stelle war der "gute Hirte" an der Wand befestigt

Turmspitze mit Kreuz und Glocke

 Flugzeug über dem Kirchturm

Altarraum

Altar für die Entwidmung vorbereitet

Jesus am Kreuz (am Altarkreuz)

Taufbecken mit Taufschale für die Entwidmung vorbereitet

Osterkerze am Altar für die Entwidmung vorbereitet

Abbau des Altarkreuzes

Abbau des Guten Hirten

Abbau der Fensterbilder

Taufbecken ist zum Haus der Kirche transportiert

Innenansicht während des Abbaus und Abtransports der Stühle etc.

Die Orgel kurz vor der "Abbau & Einlagerung"

Die Orgel wird von der Orgelbaufirma zerlegt und verpackt

Die Orgel wird von der Orgelbaufirma zerlegt und verpackt

Die Orgel wird von der Orgelbaufirma zerlegt und verpackt

Die Orgel wird von der Orgelbaufirma zerlegt und verpackt

Die Orgel wird von der Orgelbaufirma zerlegt und verpackt

Die Orgel wird von der Orgelbaufirma zerlegt und verpackt

Die Orgel wird von der Orgelbaufirma zerlegt und verpackt

Die Orgel wird von der Orgelbaufirma zerlegt und verpackt

Die Orgel wird von der Orgelbaufirma zerlegt und verpackt

Die Orgel wird von der Orgelbaufirma zerlegt und verpackt

Die Orgel wird von der Orgelbaufirma zerlegt und verpackt

Die Orgel wird von der Orgelbaufirma zerlegt und verpackt

Die Orgel wird von der Orgelbaufirma zerlegt und verpackt

Innenansicht des fast leeren ehemaligen Kirchenraumes

Innenansicht des fast leeren ehemaligen Altarraumes

Ansicht der Fensterreihe nach Abbau der Fensterbilder

Räume, Häuser  und selbstverständlich auch Kirchen sind Orte, die gebaut, gefüllt und geprägt sind von den Menschen. Es sind Orte, an denen wir uns wohl fühlen oder nicht, die wir gern aufsuchen oder denen wir entfliehen. Diese Orte sind daher auch nicht ohne weiteres austauschbar.
Bei Verlust dieser Orte dürfen wir daher trauern, auch weinen und leiden. Gott hat uns in weiser Voraussicht mit dieser Fähigkeit ausgestattet.
Wir haben nun Abschied von der Kirche „Zum Guten Hirten“ in Nordholz genommen für viele von uns ein schmerzlicher Verlust. Aber: wer "richtig trauert", "sich erinnert" und "nicht flieht", hat gute Chancen, Neues zu beginnen, andere Orte mit neuem Leben zu füllen.....

Orgel, Fensterbilder und Hirte sind für die Einlagerung verstaut...